Gewerbepark Müller

Neubau Gewerbepark Müller, Gießen

Beauftragung

LPH 1 - 9

Projektleitung

Henry Kreiling

Auftraggeber

privat

Daten

NF 277 m², BGF 324 m², BRI 1.988 m³

Fertigstellung

November 2009

Beschreibung

Der im Westen Gießens neu entstandene Gewerbepark Müller bietet eine außergewöhnlich gemischte Nutzung. Als Ankernutzung stand die Errichtung einer Waschanlage für Pkws am Anfang des Projekts. Diese sollte die modernste Anlage der Familie Müller werden, die bereits seit Generationen mehrere Waschanlagen in Gießen betreibt. Aufgrund der Grundstücksgröße und des Potenzials durch die günstige Lage boten sich jedoch weitere Nutzungen an. Neben einer Steuerberatungskanzlei, einer Versicherungsagentur, einer Wohnung, einem Kfz-Aufbereitungsunternehmen und Lagerflächen, hat eine Filiale eines Bio-Lebensmittelmarktes Einzug gehalten.

Diese, größtenteils bereits während der Planung feststehende, heterogene Nutzung bedurfte eines individuellen Gebäudes, um den einzelnen Gewerben jeweils ein optimales Umfeld bieten zu können. Darüber hinaus waren Nutzungsänderungen durch zukünftige Mieterwechsel planerisch zu berücksichtigen. Hieraus entstand der, sich an der hinteren bzw. seitlichen Grundstücksgrenze entlang schlängelnde Grundriss, der als baulicher Schallschutz zur benachbarten Wohnbebauung wirkt.

Zur Strasse entstanden dagegen einladende Hofflächen, die mit dem Auto gut erreichbar sind. Die architektonische Herausforderung bestand darin, die unterschiedlichen Nutzungen innerhalb eines konsequent durchgestalteten Gebäudes abzubilden. Eine horizontal umlaufende Kante trennt das grau gestrichene Sockelgeschoss von den darüber liegenden Etagen, die teilweise auskragen oder zurückspringen.

 

Von Anfang an stand ein Ressourcen schonender Betrieb des Gewerbeparks im Mittelpunkt. So wurde eine speziell hergestellte 100.000-Liter-Zisterne verbaut, die neben dem eigenen Regenwasser auch das des benachbarten Gebäudes der SpeicherBoxx GmbH sammelt und für den Waschbetrieb genutzt wird. Die Kühlung des Objektes erfolgt über ein in grundwassernahem Erdreich eingebautes Wärmetausch- system sowie einen 50m langen Lüftungskanal, der zur Abkühlung durch einen Erdhügel geführt wird.

Eine weitere Besonderheit des Bauwerks stellt der hohe Anteil an Eigenleistung an der Baumassnahme dar. Der Inhaber Stephan Müller hat wesentliche Teile des Gebäudes und der Haustechnik in Eigenregie durchgeführt, was zwar eine etwas längere Bauzeit, jedoch auch eine deutliche Reduzierung der Herstellungskosten zur Folge hatte.

Nur so war ein Gewerbeobjekt umsetzbar, dass sich von den heute leider üblichen Zweckbauten abhebt.